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TEXTE


„So etwas wie Freiheit“ von Julian Niedermeier

1. Der Mann, der nicht denken will

Da ist dieser Mann. Er geht durch eine Stadt. Eine praktische Stadt. In der er einkaufen kann. In der er leben kann. Eine Stadt die steht. Standesgemäß standhaft. Eine Stadt die bleibt. Bleibt wie sie ist. In einem Land in einem Staat in einem System. Darin der Mann. Alleine für sich unter Abermilliarden anderer.
Er geht eine Straße entlang. Vorbei an Mülleimern, vorbei an Menschen. Er kennt sie nicht, hat sie höchstens schon einmal gesehen. Vielleicht beim einkaufen, vielleicht in der Arbeit, vielleicht im Fernsehen. Er mag Menschen nicht. Menschen mögen ihn nicht. Nicht weil er anders wäre, sondern weil er ein Mensch ist. Menschen mögen keine Menschen. Weil sie einander nicht ansehen können, ohne an sich selbst zu denken.
Am wenigsten mag der Mann sich selbst. Diese Hände, mit denen er diese Dinge macht. Diese Beine mit denen er diese Wege entlang geht. Diese Augen mit denen er diese Menschen sieht. Dieser Mund mit dem er diese Dinge sagt. Und vor allem.
Vor allem dieser Kopf mit dem er diese Dinge denkt. Und er denkt sehr viel. Denkt an sich, seine Stadt, die Menschen. Eigentlich an alles. Er denkt daran, lieber nicht daran zu denken. Das alles ist schlimm. Aber da gibt es wenigstens eine Distanz. In seinem Kopf jedoch, wenn er nach innen blickt, und sich sieht. Das ist wirklich schlimm.

THEATER­STÜCKE


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